Auf zu neuen Ufern…

Es ist wieder mal Zeit für ein Versuch, für eine Abwechslung im Leben, für eine neue Herausforderung.

Das Lieschen geht mal auf Reisen.. aber nicht nur einfach buchen, hinfahren, genießen und retour fahren. Nein, ich fordere mich selbst heraus und habe lediglich ein Ticket hin gekauft, ein Ticket wieder retour von einer anderen Stadt hinaus und alles dazwischen wird ganz spontan entschieden.

Aber nun zu meinem groben Plan. Ich habe ein One Country Ticket von Interrail gekauft und habe mir als Land mal Italien ausgesucht. Wieso? Ehrlicherweise keine Ahnung. Es hätte genau so Deutschland werden können. Obwohl eigentlich nicht, denn ich dachte mir schon, dass ich den Sommer noch etwas für mich verlängere und in den Süden will.

Nicht nur, dass das Spontane für mich gänzlich neu ist und ich in ein Land fahre, von dem ich nun wirklich nicht viel weiß bzw. deren Sprache und ohne Begleitung. Ich habe mich auch dafür entschieden in Hostels zu schlafen – oder für das Geldbörserl das kostenschonendste. Ich stell mir das aus heutiger Sicht ganz lustig vor. Wie es dann am Ende des Tages sein wird, werden wir wohl noch sehen.

Jeden Tag wache ich auf und denke mir, so eine Schnapsidee und es ist auch gut, dass ich bereits die Zugtickets gekauft habe, denn sonst hätte ich schon einen Rückzieher gemacht. Tagsüber bin ich dann sehr aufgeregt und es könnte schon morgen beginnen.

In ca 3 Wochen geht es los und ich beginne mit einer etwas über 7stündige Zugfahrt von Wien nach Venedig. Das Hostel vor Ort habe ich bereits gebucht für 2 Nächte. Alles andere wird sich noch zeigen und ich werde danach hoffentlich berichten. Es sei denn ich bin weiterhin so schreibfaul wie in den letzten Wochen/Monaten.

Laut meinem Plan im Kopf werde ich auf jeden Fall auch Neapel und Florenz besuchen. Mehr Plan gibts aber auch nicht.. außer, dass ich ca 10 Tage später in Florenz sein sollte, damit ich in meinen Zug nach Wien sitze/liege (über 11 Stunden Fahrt, da war ich etwas großzügiger und habe einen Liegewagenplatz gebucht). Ich bekomme aber das One Country Ticket mit einem Italienheftchen, vielleicht lächelt mich da auch eine andere Stadt an wie z. B. Bologna. Nur Rom, lass ich fix aus, das werde ich irgendwann in ferner Zukunft einfach mal anfliegen.

Aber bei all der Aufregung habe ich sehr wohl auch ein mulmiges Gefühl. Ich habe vor ein paar Monaten herausgefunden, warum ich nicht meine Reiselust befriedige und das ist eindeutig mein voluminöses Aussehen. Denn auch wenn ich schon 20 kg abgenommen habe, bin ich noch immer ein Minikoloss und ich spüre die Blicke (welche nicht eingebildet sind). Ich schwitze auf der Stirn schon bei 20 Grad, ich bin bergauf eine Schnecke und betrete ich ein Boot, wäge ich vorher ab, wie das Gegengewicht ist und ob es mich tragen kann. Ich fliege nicht, weil ich nicht 2 Sitze kaufen will, ich erklimme keine Türme, weil ich so langsam bin, dass ich die nachfolgenden Menschen aufhalten würde.

Nun in einem fremden Land, mit einer fremden Sprache, dass ich nicht verstehe, hab ich die Sorge, dass ich mich noch unwohler fühle. Aber ich denke das ist ein Mitgrund warum ich es auf ein bisschen Extrem mache. Zugegeben, ich hätte nicht Venedig aussuchen müssen, denn immerhin wimmelt es dort von Booten.. und ich bin mir sicher, dass ich nicht bei einer Gondolieri einsteigen werde. Das Ding ist doch sehr schmal und sieht mir eindeutig zu unsicher aus. Ich würde auch nie in einem Rikscha einsteigen. Der arme ARME Fahradfahrer! Ich bin ein Minikoloss aber kein Ungeheuer.

So aber vorerst übertrifft noch die Neugier und die Aufregung, die Angst und das Unwohlsein. Soviel zu meinem neuesten Plan, der schneller da ist als man denkt 😉

Eure etwas ängstliche, aber aufgeregte Reisende

Die Vergangenheit, diese Bitch!

Ha, das wollte ich schon immer mal sagen.. dieses moderne amerikanische Wort, den jeder Teenie im Wortschaftz hat,… heute ist es perfekt!

Nachdem mir letzte Woche die Einsamkeit bewusst wurde, dachte sich wohl mein Körper: Einsam? Na dann schenk ich dir einen Virus! Dankeschön! Die wunderschöne Gürtelrose! Dieser schöne, man möge fast denken botanischer Ausdruck, kannte ich bisher von Hörensagen. Eine Freundin von mir hatte es schon 2 Mal und von ihr weiß ich, dass es irgendwas mit Stress/Psyche/schwaches Immunsystem zu tun hat.

Na dann beginnen wir mal zu analysieren, was bei mir nicht so stimmt (bis auf das offensichtliche natürlich).

  • Arbeitsstress? Nein, nicht viel mehr als sonst (behaupte ich jetzt mal).
  • Sportprogramm? Ne, das hatte ich vor Ausbruch der „Röschen“ auch schon seit ca 10 Tage auf Eis gelegt.
  • Plasmaspende? Auch nicht, weil ich habe schon seit Anfang Mai eine Pause.
  • Ansteckung der Windpocken meines geliebten Neffens? Auch diese ist bereits über 2 Monate her.

Na viel bleibt ja nimmer, also gehen wir über zu der einzigen Sache, die ich mir noch vorstellen konnte. Prüfung am 12.06. und 19.06.

Arbeitsrecht!

Dieses böse Wort. Das ich etwas Prüfungsangst habe, ist normal und ein bisschen Respekt vor einer Prüfung schadte ja bekanntlich nicht. Aber das ich mir scheinbar so in die Hosen mache, dass ich deswegen einen eigenen Garten auf meiner Taille züchten will, na das ist mir ja doch unbekannt. Warum nicht bei der Matura, die um einiges wichtiger war und vor allem umfangreicher und schwieriger? Noch dazu ist Arbeitsrecht mein tägliches Brot, also ein Thema, wo ich wahrscheinlich mit meinem Hausverstand irgendwie noch durchkommen könnte. (Behaupten viele Bekannte, aber auch mein eingebildetes Ego behauptet das in positiven Stunden ;-))

Sei’s wie’s ist. Mein rötlicher Ausschlag ist da und es ist nicht so schlimm wie ich dachte. Anfangs ein Jucken, nach wenigen Tagen ein ziehen und ein leichter Schmerz. Die Grippe ist nervtötender, das kann ich euch sagen.

Da es scheinbar wegen der bevorstehenden Prüfung ist, versuch ich mich natürlich noch mehr zu beruhigen, was natürlich nicht klappt und seit Donnerstag bin ich zu Hause (weil ich mir frei nahm zum Lernen) und habe täglich 5-10 h (meist nachts, da mir tagsüber die Nebenwirkungen der Medikamente eine gewissen Härtegrad an Übelkeit bescherte) an den mündlichen Fragen gefeilt und zusammenkopiert für meine Lerngruppe und mich. Ich habe es heute Mittag zu Ende gebracht und es war eine enorme Erleichterung dabei und ich fragte mich in dem Moment, war vielleicht da das Problem? Einfach zu wissen, dass ich noch nicht genug getan habe? Mit sehr ruhigem Gewissen nahm ich mir den heutigen Nachmittag frei und guckte Filme (unter anderem Baby Boss – echt witzig!)

Und ganz plötzlich aus dem Nichts vor einer Stunde, weiß ich warum ich einen Gürtel habe, der nicht meine Hose hält, weiß ich warum mich diese verdammte Prüfung so meschugge macht!

Wer mich länger als 4 Jahre kennt, weiß, was meine letzte Prüfung war und wie sie endete! Mein psychologischer Test beim SOS Kinderdorf in Wels war im 02-03/2014 und das war die schlimmste Erfahrung meines Lebens – nicht der Test, sondern die Konsequenz, die aufgrund des Ergebnisses entstand! Mit Bomben und Granaten so dermaßen durchgeflogen, ein gewaltiges Stück meines Selbstbewusstseins einfach mirnichts, dirnichts aus mir ausgerissen, arbeitlos für fast ein Jahr und nicht zu vergessen: das tiefste Loch, dass sich jemals aufgetan hat und ich bis heute nicht weiß, wie ich es geschafft habe ohne Hilfe zum Hörer zu greifen und mir einen Psychologen zu suchen.

Ich habe Panik vor der Prüfung, weil ich Angst habe wieder zu versagen. Alle sagen, ich schaff das locker und ich glaube, dass ist genau das Problem. Auch damals hat jeder gemeint, dass ich die geborene SOS Kinderdorf-Mutter wäre, dass das genau das richtige für mich ist und ich die bevorstehende Zeit locker packen werde (ich hätte eine pädagogische Ausbildung absolvieren sollen) und dann war kurz vor Start, aufgrund einer Prüfung Schluss mit Lustig und mein Leben bekam eine Wendung, die ich nie für möglich gehalten hätte, mit ganz viel Kummer und noch mehr Selbstzweifel und düstere Gedanken.

So nun ist mir das heute, wie aus dem Nichts eingeschossen. Und nun? Die Bitch holt mich ein, die Vergangenheit! Wieso zum Teufel, kann sie nicht einfach vergangen bleiben? Ich hätte gerne ein blitzdingsda und würde gerne diese zwei Monate für die nächsten 2 Wochen auslöschen, damit ich nicht mit soviel Selbstzweifel zu dieser Prüfung antrete. Das geht nur leider nicht und ich bin zwar Hobbypsychologin, aber mir selber kann ich leider grade nicht helfen, wie ich meine ganz persönliche Bitch zum Schweigen kriege oder zumindestens nicht mehr so an mich ran lasse, denn seien wir uns ehrlich: Rosen sind wirklich mehr als nur etwas überbewertet, egal ob im Garten oder am Körper!

Eure Rosenzüchterin

Die traurige Einsamkeit

Ich weiß nicht einmal, wie ich den heutigen Eintrag betiteln soll.. ich hoffe, während ich diese Zeilen schreibe fällt mir irgendwas pfiffiges ein, auch wenn mir gerade nicht nach pfiffig ist..

Heute ist wieder einer dieser Tage, wo mir bewusst wird, dass ich seit einiger Zeit (Woche schätze ich) wieder etwas habe… es schleicht sich gaaaanz langsam ein, wo mir nach nichts richtigem ist bzw. mir die Freude fehlt.. Ich einfach nur daliegen will und Serien/Filme schauen will oder ein spannedes Buch lesen.. Aber auch das erlaub ich mir grade nicht, denn eigentlich sollte ich lernen für die Prüfung am 12.06. bzw. 19.06. und eigentlich such ich viele Ausreden, um es nicht zu tun (am Wochenende zumindestens) und unter der Woche verzichte ich auf meine Sporteinheiten, damit ich es doch tue… *lach* Lernen ist übertrieben, Fragen bearbeiten, durchlesen nach Sinnhaftigkeit untersuchen usw usf..

Ich versuch mich aufzubauen, indem ich mir vorstelle, es ist der 20.06. und ich kann wieder mit meinen 5-Tage-Wochen-Sportprogramm fortsetzen und heute hab ich mich dabei erwischt, dass ich eigentlich gar nicht Freude bei dem Gedanken empfinde. Sondern es ist aktuell eher ein Stich und das Bewusstsein, wie alleine ich doch bin.

Natürlich bin ich unter Menschen, aber ich schließe mit ihnen keine Freundschaften und die Freunde die ich habe die haben Null Interesse an den Dingen die mich begeistern und am Ende des Tages bin ich alleine mit meinen Hobbies und es geht ziemlich lange gut, aber irgendwann kommt der Punkt, wo ich es doch teilen will und ich es aber nicht kann.. Ich hätte gerne jemanden bei mir, bei den lustigen Sachen zB schweißgebadet walken gehen..

Bitte nicht falsch verstehen, ich spreche hier nicht von einem Partner, es ist nicht dieses Allein sein, es ist eine Hobbyfreundschaft. Die Wochenenden sind tatsächlich sehr einsam, da unter der Woche eh soviel Action passiert, dass ich keine Zeit habe darüber nachzudenken. Ich nehme an, diese düsteren Gedanken rühren daher, dass es das erste Wochenende seit Monaten ist, wo ich wirklich durchgehend daheim bin und nichts unternommen habe – gelernt übrigens auch nicht wirklich *grins*

Das ist wieder einer der Augenblicke, wo ich mir wünschte Ruhe in meinem Kopf zu haben und nicht mehr darüber nachdenken zu müssen und morgen einfach aufzuwachen, wo diese trüben Gedanken weg sind. Eigentlich traurig, aber ich wüsste auch nicht mit wem ich über sowas sprechen könnte, ohne kritisiert zu werden oder weise Ratschläge zu erhalten, die mir einfach nichts bringen. So bleibt mir nur die Hoffnung, dass die Woche wieder actionreich ist und ich ein paar Gedanken wieder fröhlich bin – zumindestens nach Außen hin und diese Zeilen mir geholfen haben, die Gedanken vorerst frei zu lassen.

Leider fällt mir nur ein sehr depremierender Titel ein, aber vielleicht muss das ja auch einmal sein. Dieses Nörgeln auf sehr hohem Niveau. Ich verspreche es wird wieder fröhlicher…

Eure traurige Einsame

 

Sport-/Zumbawochenende

Laaaaang ist’s her, .. was soll ich sagen, mein „sportliches Leben“ began und schon hab ich für die meisten anderen Sachen keine Zeit. Sportliches Leben? Das ich das mal schreibe, hätte sich wohl auch kein Mensch gedacht,.. aber es ist wirklich so.

Nachdem ich euch beim letzten Mal, von meinem Zumbagewackel erzählt habe, kann ich berichten, dass ich nun 2 – 3 Mal die Woche so wackle und 1 Mal die Woche gehe ich in Pilates & Yoga, damit ich einen Ausgleich zum Zumba habe… und dann wären da die anderen Verpflichtungen, wie meine geliebten zwei Neffen oder der Arbeitsrechtkurs, wo ich im Juni Prüfung habe *zitter*.

Aber heute geht es um mein Sport-/Zumbawochenende. Ich gebe ganz ehrlich zu, ich began mit Zumba, weil ich mich letzten Herbst/Winter zu einem Zumbawochenende angemeldet habe und ich nicht total schlapp machen wollte und wegen der Langeweile – ihr erinenrt euch? Das es mir dann so sehr Spaß macht, dass es wie eine Sucht ausartet, hätte ich nicht gedacht.

Auf jeden Fall ist eine Arbeitskollegin Zumbalehrerin und hat uns eingeladen (eh wieder die typischen Mädels, von denen ich schon mal berichtet habe).

Ich erzähl euch Mal, was so am Programm stand in der wunderschönen grünen Steiermark (wer Natur halt mag *lach*):

Freitag Anreise und Check-In ab 16 Uhr:
17:30h Tae Bo
18:30h Zumba Fitness
ab 20:00h Abendessen (sehr wichtig)

Samstag:
09:00h Laufen, Nordic Walking oder TRX-Training (ich: Nordic Walking)
10:30h Strong by Zumba
ab 11:30h Mittagessen
13:30h deepWork
14:30h Rücken FIT
15:30h CHART HITS/flower power CHOREOS
ab 19:00h Abendessen mit Mottoparty „flowerpower“

Sonntag:
10:00h Laufen, Nordic Walking oder HIT-Training (inkl. TRX) (ich: TRX-Training)
11:00h Zumba Sentao
11:45h Stretching
ab 12:00h Mittagessen und Abreise

Jaaaaaa,… ein knackiges Programm und mein Vorsatz war, alles zumindestens probieren und kennenlernen (wir haben auch die Erlaubnis bekommen, mitten in der Stunde zu gehen – gott sei dank!), da ich vieles nicht kannte wie Tae Bao, Senatao, Strong, TRX… und was soll ich sagen. Ich absolvierte sie ALLE. Mein Ehrgeiz kannte keine Grenzen, meine Neugier wurde voll befriedigt, meine Muskeln und vor allem Knie brannten und gaben ALLES. An AUFGEBEN habe ich keine Minute gedacht und selbst wenn, hätte ich es glaub ich nicht getan *grins*. Ich hoffte immer nur, dass mein bevorstehender Muskelkater wartete bis Sonntag Mittag und mein Wunsch ging in Erfüllung. Ich war körperlich mehr als nur erschöpft, aber sobald die ersten Beats der neuen Einheit anfingen, war die Erschöpfung vergessen. Die Knie leider nicht, aber auch sie haben sich meinem Willen gebeugt. Außer bei deepWork und Zumba Sentao, da brannten die Muskeln von den Einheiten noch davor und dementsprechend schwer tat ich mir auch.

Ich war im 7. Himmel. Von allen Seiten bekam ich positives Feedback, dass ich so tapfer durchhielt und überall dabei war. Am Sonntag, rief mir sogar eine Trainerin beim TRX-Training:“Lisi, du Kampfsau!“ zu. Die Trainer vermuten, dass ich die einzige war, die alle Einheiten durchmachte, ganz sicher bin ich mir zwar nicht, aber ich mag den Gedanken, dass die kleine vor wenigen Jahren noch unsportlichste Dame der Welt, die beim Betriebsausflug (Sportwochenende), sich Kosmetik und Massagen reservierte und nur zum Abendessen zu den Anderen stieß. Was würde meine damalige Chefin wohl jetzt zu mir sagen?

Am allerbesten gefiel mir die Vielfalt der Einheiten und dass ich soviel neues kennenlernen durfte. Meine Herausforderungen liegen ganz klar beim HIIT Training und ich werde wohl wieder mit Freeletics beginnen. Das Abo läuft eh noch und nun muss ich mir nur meinen Wochenplan neu einteilen.

Hier am ersten Tag das große Gruppenfoto, ich denke da waren alle dabei.

Gruppenfoto (3)

Als ich dann nach dem Wochenende zu meiner ersten Zumbastunden wieder ging, dachte ich nur:“Echt? Das ist es?“ Es kam mir so farblos vor, die Herausforderung ist weg. Es langweilte mich sogar etwas. Aber bis ich was neues habe, werde ich es beibehalten, weil mir das tänzerische noch immer sehr viel Spass macht. Aber ich merke schon, dass ich MEHR will und brauch!

Fotos habe ich natürlich auch bestellt und überall wo ich drauf bin, habe ich gelächelt und da ich mich trotz allem noch oft verstecke, lege ich mal die Karten auf den Tisch wie ich zur Zeit aussehe:

Rueckenfit (87).jpg

Lustigerweise finde ich meine Ganzkörperfotos nicht besser als vor 3 Jahren, als ich 30 kg mehr wog, aber ich habe kaum Fotos, wo man mich in ganzer Körperpracht sieht, daher tu ich mir schwer mit richtige Vergleiche. Wenn es jemand geschafft hat mich zu fotografieren, war das sitzend und rauchend *lach*. Ja, das war mein eindeutig gesundes Leben 😉

Lisi 2012Lisi 2011

 

 

Das war 2011 und 2012 –  drei Jahre vor meiner stärksten Zeit oder ich hatte schon damals die über 140 kg und ich wusste es einfach nicht – alles ist möglich.

 

 

Eins steht jedoch fest, so „sportlich“ und ich muss immer die Augen über mich selber verdrehen, wenn ich das sage oder schreibe – war ich bei Weitem noch nie und ich freue mich auf die nächsten Herausforderungen und vor allem auf das näcshte Jahr, wenn wir wieder so ein Wochenende haben werden.

Zu unserer Mottoparty haben sich auch alle brav verkleidet und es war einfach nur nett wieder die alten Lieder zu hören und dazu zu tanzen.

Party (2).jpg

Party2 (24)

 

 

 

 

 

So das waren die Eindrücke meines großartigen Wochenendes vom 20.04.-22.04.2018!

Eure kleine Zumbamaus!

Lateinamerikanisches Etwas

Ich glaube, ich habe bereits erwähnt, dass ich mehr Sachen ausprobiere, um meine vermeintliche Langeweile zu vertreiben und im Zuge dessen auch meine schlechtere Laune oder auch das Gefühl, dass ich einen Vollknall habe.. Wobei das letzte werde ich wohl immer denken und ich glaube, dass das auch eine gute Beschreibung ist..
Wie würdest du das Lieschen beschreiben? Humorvoll, hat immer was zu nörgeln, ehrgeizig, hat einen Vollknall.. ja so ungefähr stell ich mir die Beschreibung anderer vor…

Ich glaube die letzten zwei Punkte würden alle unterschreiben, die mit mir zusammenarbeiten UND irgendein Mannschaftsding machen.. schon alleine, wenn ich an das monatliche Bowling denke, so bewege ich mich punktemäßig zwischen 90 und 110 (110 eher selten) und habe seit Monaten keine Steigerung und das NERVT und ich will zumindestens Top 3 haben. Letzten Mittwoch habe ich den letzten Platz ergarttert und so schlecht habe ich echt noch nie gespielt.. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich weniger Spass habe, sondern, dass ich mir NOCH MEHR Mühe geben MUSS –  ehrgeizig halt..

So, aber darüber wollte ich gar nicht sprechen.. Einer meiner neuen Aktivitäten ist Zumba! Ich liebe Zumba! Tanzende Bewegungen zu lauter lateinamerikanischen Musik, einfach nur toll.. Ehrlicherweise könnte es genau so was anderes sein als lateinamerikanisches, aber mehr wird grade nicht für mich geboten.

Das Problem war immer, dass ich nicht zu weit hin oder zurück fahren will, weil ich ja doch eher ein faules Stück bin (was jetzt zwar wahnsinnig shizophrän klingt, aber das ist wirklich so). Ich würde nie freiwillig irgendwo zu Zumba hinFAHREN, zB nicht einmal 2 U-Bahnstationen. Nach meinem astrologischen Termin hab ich mich nach einem Zumbakurs in der Nähe erkundigt und da hab ich doch echt glatt eines gefunden, eine Straßenbahnstation weiter (zu Fuß ca 8 Minuten). Na perfekter geht es ja doch nicht. Am 13.02. (Faschingsdienstag) hab ich mich für den Schnupperkurs angemeldet und es hat mir gut gefallen und viel wichtiger, ich kam mir nicht wie ein Elefant im Porzellanladen vor, der angestarrt wird. Ich habe sofort einen 10er Block um 90 Euro gekauft, was günstig ist, weil ich mit den 10er Block jeden Zumbakurs (Dienstag, Donnerstag oder Freitag) besuchen darf UND dieser auch nicht abläuft.

Dienstags darauf (also letzten) ging ich wieder hin und es war sooooooooooooooo mega.. Es war so befreiend einfach mal mit den Hintern (Twerkähnliche Bewegungen) hin und her zu wackeln ohne Rücksicht auf Verluste (hinter mir stand eh keiner, sonst wäre das eher eine Gefahr für Andere gewesen). Am Dienstag stehen 3 Damen vorne und wechseln sich ab und bei diesem Kurs ist es so, dass nicht nur Lateinamerikanische Rhytmen dabei sind, sondern auch Anderes und dadurch tanzt man nicht nur Samba-/Mamboähnliche Tanzschritte, sondern auch Hip-Hopähnliches… MEGA!!! Das hat mir noch besser gefallen und ich ging wie gesagt voll ab. Am Mittwoch ging ich dann ein paar Arbeitskollegen mächtig am „Hintern“ weil mein Körper immer noch zappelnde Bewegungen machte, als ob ich einen Stromschlag kriegen würde *lach* und ich natürlich ganz euphorisch von diesem Abend erzählen musste.

Da ich weder Muskelkater, noch sonstiges hatte (Knieschmerzen hatte ich auch kurz Sorge), nur meine allzeit geliebten Faszien ein bisschen weigern sich zu entspannen, ging ich doch glatt am Donnerstag nochmals hin. Am Donnerstag ist einer von den 3 Damen alleine Vortänzerin und es war dem Dienstag sehr sehr ähnlich, nur keine Hip-Hop Lieder waren dabei.. Ich war gut dabei, die neuen Lieder kannte ich nicht so gut, daher noch etwas vorsichtiger und daher noch nicht so abgegangen wie beim zweiten Dienstag – kommt aber sicherlich auch noch.

Gestern war Freitag, da gab es wieder einen Kurs und die Vortänzerin kannte ich noch gar nicht, Schmerzen hatte ich nach Donnerstag auch keine, das einzige Manko war nur: Mein Körper war echt, echt müde.. Ich glaube, er wollte mir sagen: Jetzt lass mich doch endlich mal in Ruhe, jeden Tag Zumba oder Bowling ist mir zu anstrenged! Aber wie schon erwähnt: ehrgeizlerin Lieschen hat ihren eigenen Kopf und schleppte sich hin. Ein paar Teilnehmerinnen erkannte ich vom Dienstag und Donenrstag Kurs, dh ich bin nicht die einzige die 3x hin geht und insgesamt waren wir glaub ich zu zehnt vor Ort, was ca nur die Hälfte von Donnerstag und noch weniger zu Dienstag ist.

Dann ist es soweit und ich stehe voller Vorfreude im Saal und erwarte die ersten Klänge. Aufwärmlied.. HOLLA DIE WALDFEE, das nenn ich eine Aufwärmung, schon da hab ich soviel geschwitzt, als wenn ich 30 Minuten Workout machen würde und dann kam der Rest.. Tja was soll ich sagen. Ich glaube das war eine richtige Zumbaeinheit. Viel Popogewackel, viele schnelle kleine Schrittchen und viel Arm rauf, seit, rauf, seit, ruder.. Das war eine Stunde, wo mir gezeigt wurde, wie schwerfällig ich bin.. die kleinen schnellen Schritte oder Doppelsprünge, schaff ich einfach physikalisch nicht. In diesem Fall dache ich mir echt: Der Geist ist willig, das Fleisch nur scheiß schwach!

Ich versuch es so zu erkären: Während die Teilnehmerinnen 1, 2, 3, 4 Sprünge machen, warich froh, wenn die bei 4 sind und ich 2 fertig habe. Das gleiche war bei Drehungen, bei Sprüngen oder fließende Handbewegungen.. Und es ist ja nicht so gewesen, dass ich die Schrittkombinationen nicht verstanden hätte, mein Hirn sagte den Beinen 1, 2, 3, 4 und die Beine konnten es nur bis 2 übersetzen in der gleichen Zeit… Auch seitlich tanzende überkreuzte Beine waren eher schwierig, während alle sich schon tänzelnd seitlich bewegten, musste mein rechtes Bein das linke umschlingen und da waren die schon bei 1, 2 und dann soll ich noch 1, 2, 3, 4 tänzeln?

Tja zusammenfassend kann ich nur sagen: es war schnell, ich musste vieles auslassen oder schnell schalten, ob ich einen Ersatz finde und daher kam ich mir wie ein Nilpferd vor, dass im Ballett mittanzen will… ABER zugegenermaßen, dass ist genau der Zumbakurs, denn ich vor 6 Jahren kennengelernt habe und ich nur einmal besucht habe, weil ich das voluminös nicht gepackt habe. Da war ich aber schwerer und vor allem voluminöser und ich wollte eben sehen, ob ich nach der ersten Abnahme es nun schaffe. Scheinbar nicht *seufz*

Nun hab ich mir danach überlegen müssen: Was bedeutet das jetzt für dich? Gibst du auf? Da ich heute einen leichten Muskelkater habe, merke ich, dass auch wenn mir der Freitag am wenigsten Spass machte, es meinem Körper am meisten gegeben hat und daher werde ich mich da wohl oder übel doch durchquälen. Ich bin aber schon froh, dass ich schon von Anfang an meinte, dass der Freitag nur dann absolviert wird, wenn ich Zeit habe (also nur jede zweite Woche, weil ich sonst da immer Plasmaspende). Also werde ich in Zukunft Dienstag, Donnerstag eher fix besuchen und Freitag als Goody sehen und hoffen, dass mein Körper die Übersetzung bald hinbekommt. Eines ist aber klar, das gestern war bei mir kein Zumba, sondern ein Lateinamerikanisches Etwas.. ab und zu erkannte man einen Mambo oder etwas Salsa. Das einzige was mich nicht gleich heulend rausrennen ließ, ich war nicht die einzige, die nbei den schnellen Sachen Probleme hatte. Nun bin ich zwar enttäuscht von mir selber über die gestrige Niederlage, aber anderseits hat es auch ein bisschen das Ehrgeizlieschen angespornt.

Euer Nilpferd in der Balletttruppe

Individualismus vs. Gruppendynamik

Menschen und ihre Charaktere faszinieren mich wahnsinnig, aber manchmal verunsichern sie mich so dermaßen, dass ich dann über mein ‚Dasein‘ auf dieser Welt wieder nachdenke…

Lustigerweise passiert mir das meist, wenn ich mir im Vorfeld gar nicht soviele Gedanken mache.. Das ist für mich teilweise wirklich ein Phänomen… Mach ich mir im Vorfeld Sorgen über ein Treffen, wie ich mich fühlen könnte oder wie ich wirken könnte, verläuft alles easycheesy,.. Das gleiche ist aber auch manchmal, wenn ich mir vom nächstgelegenen Arbeitstag nichts großartiges erwarte oder keine Diskussion erwarte, dann kommt unverhofft ein kleiner Kommentar, der mich wieder kurz stutzig macht und ich mir denke, hoppla, was hab ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht.. Ich denke, dass ist der Grund warum ich mich bei den meisten Menschen/Gruppen/Ansammlungen nicht ganz wohl fühle oder umgekehrt, es nur eine handvoll Menschen gibt, wo ich ICH sein kann.

Zu diesen – wieder mal für mich – verworrenden Gedanken brachte mich, unsere kleine Mädelstruppe von der Arbeit. Wir sind vier – eine anders als die Andere und doch harmonisieren wir miteinander auf eine Art und Weise, die ich mag und auch ihre Gesellschaft wahnsinnig schätze. Mit einer verbindet mich inzwischen eine ganz tiefe Freundschaft, die ich nie missen wollen würde. Wir schätzen uns alle, jeder hat seine positiven als auch negativen Eigenschaften, die wir auch gegenseitig akzeptieren und das finde ich so schön. Und trotzdem, verunsichert mich die Konstellation ab und an, weil ich dann Statements höre, die ich schwer zuordnen kann.

Gestern hatten wir wieder einen wunderbaren Abend, wobei nur drei von uns zugegen war, weil die Vierte ein heißersehntes Treffen mit ihren womöglichen neuen Zukünftigen hat (Spoileralarm: es war ein sehr erfolgreiches Date mit Wiedersehenpotential). Wir waren trotzdem zu viert, da vom privaten Bereich der Gastgeberin, auch jemand dabei war, die auch sehr gut zu unserer unabhängigen starken Frauentruppe passt (oder wie die abwesende Dame mal meinte: einfach tolle Frauen sind).

Am gestrigen Abend tanzte ich schon aus der Reihe, weil gerade Fastenzeit ist und ich mir Clean Eating für die 40 Tage vorgenommen habe, was eigentlich leicht zu meistern ist, solange man nicht Essen geht und nicht genau weiß, was einem serviert wird. Beim Raclette war das alles sehr leicht, weil man sich die Sachen selber zusammenstellen kann, aber ich habe auch gesagt, dass ich auf Alkohol soweit verzichte, wie es mir nicht sonderlich weh tut und daher habe ich auch nicht getrunken (nur Leitungswasser).

Der Abend war aus meiner Sicht ein voller Erfolg: megaleckeres Essen (alle waren zufrieden), ein lustiges Spiel (nicht jeder fand es so gut, ich aber mega), genug Alkohol, viel Gelächter, viele Geschichten.. Während des abends wurde ich schon öfters gefragt, ob alles okay wäre, was ich jedesmal bejahte, aber scheinbar sah man es mir nicht an. Ich war aber happy: ich aß (Raclette), ich lauchte (Anekdoten, Geschichten), ich lachte (Anekdoten, Geschichten), ich dachte (Quizspiel),… mehr brauch ich einfach nicht für einen erfolgreichen Abend!

Nun zu meiner Stutzigkeit: Die Vierte im Bunde wollte ursprünglich nach ihrem Date zu uns stoßen, wobei ich schon im Vorfeld der Meinung war, das wird nix!!! Dafür haben sie sich telefonisch einfach schon zu gut verstanden und da meinte die Gastgeberin, dass sie sich eigentlich erst mal einen Freundesstamm aufbauen sollte bzw. diesen festigen. Ich erwiderte, dass sie das doch schon hätte. Jedoch war sie nicht meiner Meinung. Länger als 3 Minuten haben wir nicht darüber diskutiert, da unsere Ansichten scheinbar auseinandergingen. Was mich aber sehr wohl zum Nachdenken brachte, denn die Argumentation war, wir treffen uns gar nicht oft im privaten Rahmen und ich bin der Meinung, dass wir sehr wohl schon ein Band gefestigt hätten, auch wenn wir nicht jedes Wochenende beieinander sind..

Ich finde es spannend wie sehr die Meinung auseinandergehen kann, was Freundschaften und deren Festigung betrifft. Für mich kommt und geht eine Beziehung, aber so eine Truppe wie wir es derzeit sind, die bleibt.. egal, ob sich eine Person etwas rarer macht und die ersten Wochen des „Verliebtseins“ auskostet oder bei jedem Treffen dabei ist..

Das war aber nur die Geschichte, die mich zur Stutzigkeit brachte, denn über das Thema kann ja bitte wirklich jeder seine Meinung haben. ABER ich sage ungefähr 66 % der Treffen ab oder anders, ich sage gar nicht zu, was diverseste Gründe hat, meistens weil ich nicht trinken will, weil ich am Folgetag etwas vor habe, wo ich keine Lust auf einen dicken Kopf habe *lach* Heißt es dann, dass ich die Bande zwischen uns nicht festige? Ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich mich auch nicht irgendwann wundern würde, wenn ich gar nicht eingeladen werde, weil ich eh meistens absage. Ein Treffen wie gestern geht bei mir aber meistens, denn ich persönlich habe genau soviel Spass wenn ich nicht trinke… Falls ich am nächsten Tag was vorgehabt hätte,wäre ich zu diesem Treffen auch gekommen und hätte schon angekündigt, dass ich mich um 22 Uhr verstschüssen werde, das hat beim letzten Mal Essen gehen auch gut funktioniert. Also keine Ahnung, ob ich auch zur Kategorie gehöre, dass ich eigentlich achten sollte, die Bekanntschaft/Freundschaft mehr zu festigen,.. Mir reicht das, was wir jetzt haben – ehrlicherweise – und macht mich nur ein klein wenig unsicher!

Das was mich dann aber wirklich stutzig gemacht hat, war mein Abschied. Da ich wieder mal Ohrenschmerzen bekommen habe (entweder die Reste meiner Krankheit vor 3 Wochen oder ich habe in den letzten Tagen einfach zu viel gefroren), meinte ich nach unserer Quizrunde, dass ich nun nach Hause gehe. Die normale Reaktion ist eingetreten, wieso, weshalb, bleib doch.. das macht jeder, ich glaube, dass ist wie das obligatorische: „Wie geht’s?“ oder das Amen im Gebet *grins*

Unsere Gastgeberin hat mich noch zur Tür begleitet, ich bedankte mich für den schönen und wirklich lustigen Abend und sie sah mich an und meinte, sie glaube nicht, dass ich Spass gehabt hätte und ich wäre so ruhig gewesen und das wäre nicht ich. Nachdem ich zweimal beteuert hätte, dass ich es wirklich super fand und ich mich danach Richtung U-Bahn aufmachte (wo die Ohrenschmerzen noch mieser wurden) dachte ich über die Verabschiedung nach bzw. über ihre Worte. Ja ich war ruhig, aber ich glaube ich bin meistens so ruhig, wenn wir uns zu so einer Truppe treffen, ich habe an die letzten Treffen gedacht und da war es immer so.

  • Pizzaessen, wo die Gastgeberin nicht dabei war – eher ruhig (da meinte aber unsere gestrige Datemaus auch, dass ich so nachdenklich wirke).
  • Davor war die Einweihungs-/Geburtstagsparty unserer Datemaus und da wurde ich auch eine handvoll Mal gefragt, ob alles okay wäre, weil ich so ruhig bin.
  • Halloweenfeier bei der Dritten (die mir inzwischen Freundin und weniger Kollegin ist), war ich auch sehr ruhig, wobei da ging es mir wirklich schlecht (und wir dachten alle, das läge daran)

Also im Prinzip denke ich, dass das mein wahres Ich ist.. aber nun bin ich mir wiederum unsicher, ob ich mich womöglich doch nicht wohl gefühlt hätte? Ich denke nicht, aber wenn ich den Anderen das Gefühl gebe, dass ich mich unwohl fühle, habe ich irgendwie auch wiederum keine Lust hinzugehen, weil ich ihnen dieses Gefühl nicht geben will..

Mir fällt dabei nur wieder auf, dass ich als Individum, mit strengen Regeln an mich selbst (gestern das Trinken und Essen), auffalle… Ich wollt erst eben ’negativ auffallen‘ schreiben, aber das hoff und glaub ich doch nicht.. Manchmal glaub ich einfach, dass ich nicht gesellschaftsfähig bin,…

Mich würde ja interessieren, ob alle sich manchmal so dermaßen anders fühlen oder ob ich wirklich so eigenartig für Andere agiere, weil ich die Regeln der Gruppendynamik so gar nicht folge!

Eure (scheinbar) Individualistin

 

Das Schicksal kann mich manchmal echt mal …

… und/oder auch das Universum versucht auf seine Art zu helfen.

Sarah, noch immer schießen mir Tränen in die Augen, obwohl ich sie nicht kannte. Sie ist die Enkeltochter meiner derzeitigen Stiefmutter und die Nachricht erhielt ich gestern (montags) in der Früh von meinem Vater per What’s App. Im ersten Moment dachte ich mir, das ist ein böser Traum und ich habe sofort zurückgerufen und nachgefragt.

Die Vorgeschichte von der kleinen Maus, sie hatte Leukämie.. ehrlicherweise weiß ich nicht genau seit wann schon, aber ein gutes Jahr defintiv. Prinzipiell versuch ich auch bei solchen Schicksalsschlägen ein optimistischer Mensch zu bleiben. Aber seit gestern hadere ich mit mir und dem Universum und das merkt man sicherlich, da ich bereits heute Morgen das Bedürfnis an Gedenken Sarah’s ein paar Zeilen zu schreiben und jetzt wieder.

Warum ich so dermaßen hadere? Weil in Italien für sie die richtigen Stammzellen gefunden wurden. Laut einer Website stehen die Chancen bei nicht verwandten Personen: je nach Gewebemuster bei 1:30.000 bis zu weit über 1: mehreren Millionen.

Die Kosten des Aufenthalts wird von einer Stiftung getragen, also ist für die Familie alles geregelt und man kann endlich optimistisch in die Zukunft sehen. Eine Belastung ist es allemal, keiner kann italienisch, fremde Umgebung, nur die Mutter darf mit und und und. Aber es wurden Stammzellen gefunden…

Gestern und heute in Wien: Nachdem ich die Nachricht erhielt, habe ich meiner Stiefmutter mein Beileid bekundet und habe auch gesagt, dass ich sie mit Absicht nicht anrufe, weil ich davon ausgehe, dass es ihr mehr als nur schlecht geht. Abends rief sie mich trotzdem an und hat mir ein bisschen über die Situation erzählt, wobei ich ehrlicherweise immer noch nicht genau weiß, was jetzt wirklich das Problem war. Mir kamen wieder die Tränen, während wir telefonierten, ich hatte das Bedürfnis sie zu umarmen und versuchte es mit warmen Worten, wobei ich mir bei sowas echt doof vorkomme. Ich finde Beileidsbekundungen wirklich schwachsinnig. Natürlich tut es einem leid.. aber was anderes fällt mir ehrlicherweise natürlich auch nicht ein. Was will man einer Großmutter auch großartiges sagen, wenn sie ihre 5jährige Enkeltochter verloren hat? „Sie ist an einem besseren Ort!“ Geh scheißen würde ich mir dabei denken.. „Denk an die schöne Zeit mit ihr!“ Geh scheißen!!!! Ich finde man kann da einfach nichts richtiges sagen…

Heute zu Mittag fuhr ich wie jeden Dienstag zu meinem Arbeitsrechtskurs und da treffe ich in der U6 – meine Stiefmutter. Wien hat 1,8 Millionen Einwohner und wenn ein Arbeitstag ist, tummeln sich sicherlich doppelt soviele in meiner Stadt des Herzens. Ich habe sie noch nie zufälligerweise irgendwo getroffen. Ich glaube, ich habe in den letzten Jahrzehnten noch nie jemanden von meienr Familie oder engen Freunden unterwegs zufällig getroffen und da hat das Schicksal wieder zugeschlagen. Ich habe sie zuerst gaaaaanz fest gedrückt und persönlich sagen können, wie leid es mir tut.. (Bla, aber wie gesagt, es gibt’s keine richtigen Worte dafür) Hat es ihr geholfen? Sicher nicht.. Aber in der Sekunde war ich wirklich froh sie drücken zu können. Ich hatte kurz Sorge, dass sie wieder weint, aber sie ist wirklich tapfer bzw. sie hat mir erzählt, dass sie ein paar Beruhigungstabletten nimmt, weil sie echt dachte, dass sie einen Herzinfarkt bekommt (den hatte sie schon mal).

Ein klein wenig hab ich sie scheinbar auch ablenken können und sie hat sich bei mir bedankt, dass sie das erste Mal seit gestern lächeln konnte. Das war meine persönliche schicksalhafte Begegnung und da bedankte ich mich auch wieder beim Universum für diesen Moment.

.. es wurden Stammzellen gefunden… Ich meine, jeder denkt sich da, super, der schwerste Teil ist geschafft, bei den schlechten Chancen! Jackpot!!!! Nun kommt der Teil, denn ich einfach nur zum Kotzen finde, egal welche Version richtig ist. Leider habe ich noch nicht ganz begriffen, woran sie letztendlich wirklich gestorben ist. Eine Version ist, an Lungenentzündung (durch ihr schwaches Immunsystem von der Chemotherapie) und die ander Version, dass der Krebs gestreut hat und die Lunge einfach aufgehört hat zu arbeiten.

Ich hatte/habe furchtbare Angst zu fragen, wie es ihr die letzten Tagen ging.. und ich glaube ich will es gar nicht wissen oder würde es nicht verkraften, wenn sie gelitten hätte. Mein Gott, sie ist 5 Jahre alt gewesen!!!! Was zum Teufel, will da das Universum, das Schicksal den Hinterbliebenen mitteilen? In solchen Momenten bin ich einfach nur stinksauer und das nicht nur bei Sarah!!!

Hier hilft mir es auch wirklich gar nicht, dass ich es irgendwann verstehen werde, was das Universum/Schicksal damit sagen/bezwecken wollte!

Eure Verständnislose