Das Schicksal kann mich manchmal echt mal …

… und/oder auch das Universum versucht auf seine Art zu helfen.

Sarah, noch immer schießen mir Tränen in die Augen, obwohl ich sie nicht kannte. Sie ist die Enkeltochter meiner derzeitigen Stiefmutter und die Nachricht erhielt ich gestern (montags) in der Früh von meinem Vater per What’s App. Im ersten Moment dachte ich mir, das ist ein böser Traum und ich habe sofort zurückgerufen und nachgefragt.

Die Vorgeschichte von der kleinen Maus, sie hatte Leukämie.. ehrlicherweise weiß ich nicht genau seit wann schon, aber ein gutes Jahr defintiv. Prinzipiell versuch ich auch bei solchen Schicksalsschlägen ein optimistischer Mensch zu bleiben. Aber seit gestern hadere ich mit mir und dem Universum und das merkt man sicherlich, da ich bereits heute Morgen das Bedürfnis an Gedenken Sarah’s ein paar Zeilen zu schreiben und jetzt wieder.

Warum ich so dermaßen hadere? Weil in Italien für sie die richtigen Stammzellen gefunden wurden. Laut einer Website stehen die Chancen bei nicht verwandten Personen: je nach Gewebemuster bei 1:30.000 bis zu weit über 1: mehreren Millionen.

Die Kosten des Aufenthalts wird von einer Stiftung getragen, also ist für die Familie alles geregelt und man kann endlich optimistisch in die Zukunft sehen. Eine Belastung ist es allemal, keiner kann italienisch, fremde Umgebung, nur die Mutter darf mit und und und. Aber es wurden Stammzellen gefunden…

Gestern und heute in Wien: Nachdem ich die Nachricht erhielt, habe ich meiner Stiefmutter mein Beileid bekundet und habe auch gesagt, dass ich sie mit Absicht nicht anrufe, weil ich davon ausgehe, dass es ihr mehr als nur schlecht geht. Abends rief sie mich trotzdem an und hat mir ein bisschen über die Situation erzählt, wobei ich ehrlicherweise immer noch nicht genau weiß, was jetzt wirklich das Problem war. Mir kamen wieder die Tränen, während wir telefonierten, ich hatte das Bedürfnis sie zu umarmen und versuchte es mit warmen Worten, wobei ich mir bei sowas echt doof vorkomme. Ich finde Beileidsbekundungen wirklich schwachsinnig. Natürlich tut es einem leid.. aber was anderes fällt mir ehrlicherweise natürlich auch nicht ein. Was will man einer Großmutter auch großartiges sagen, wenn sie ihre 5jährige Enkeltochter verloren hat? „Sie ist an einem besseren Ort!“ Geh scheißen würde ich mir dabei denken.. „Denk an die schöne Zeit mit ihr!“ Geh scheißen!!!! Ich finde man kann da einfach nichts richtiges sagen…

Heute zu Mittag fuhr ich wie jeden Dienstag zu meinem Arbeitsrechtskurs und da treffe ich in der U6 – meine Stiefmutter. Wien hat 1,8 Millionen Einwohner und wenn ein Arbeitstag ist, tummeln sich sicherlich doppelt soviele in meiner Stadt des Herzens. Ich habe sie noch nie zufälligerweise irgendwo getroffen. Ich glaube, ich habe in den letzten Jahrzehnten noch nie jemanden von meienr Familie oder engen Freunden unterwegs zufällig getroffen und da hat das Schicksal wieder zugeschlagen. Ich habe sie zuerst gaaaaanz fest gedrückt und persönlich sagen können, wie leid es mir tut.. (Bla, aber wie gesagt, es gibt’s keine richtigen Worte dafür) Hat es ihr geholfen? Sicher nicht.. Aber in der Sekunde war ich wirklich froh sie drücken zu können. Ich hatte kurz Sorge, dass sie wieder weint, aber sie ist wirklich tapfer bzw. sie hat mir erzählt, dass sie ein paar Beruhigungstabletten nimmt, weil sie echt dachte, dass sie einen Herzinfarkt bekommt (den hatte sie schon mal).

Ein klein wenig hab ich sie scheinbar auch ablenken können und sie hat sich bei mir bedankt, dass sie das erste Mal seit gestern lächeln konnte. Das war meine persönliche schicksalhafte Begegnung und da bedankte ich mich auch wieder beim Universum für diesen Moment.

.. es wurden Stammzellen gefunden… Ich meine, jeder denkt sich da, super, der schwerste Teil ist geschafft, bei den schlechten Chancen! Jackpot!!!! Nun kommt der Teil, denn ich einfach nur zum Kotzen finde, egal welche Version richtig ist. Leider habe ich noch nicht ganz begriffen, woran sie letztendlich wirklich gestorben ist. Eine Version ist, an Lungenentzündung (durch ihr schwaches Immunsystem von der Chemotherapie) und die ander Version, dass der Krebs gestreut hat und die Lunge einfach aufgehört hat zu arbeiten.

Ich hatte/habe furchtbare Angst zu fragen, wie es ihr die letzten Tagen ging.. und ich glaube ich will es gar nicht wissen oder würde es nicht verkraften, wenn sie gelitten hätte. Mein Gott, sie ist 5 Jahre alt gewesen!!!! Was zum Teufel, will da das Universum, das Schicksal den Hinterbliebenen mitteilen? In solchen Momenten bin ich einfach nur stinksauer und das nicht nur bei Sarah!!!

Hier hilft mir es auch wirklich gar nicht, dass ich es irgendwann verstehen werde, was das Universum/Schicksal damit sagen/bezwecken wollte!

Eure Verständnislose

 

2 Kommentare zu „Das Schicksal kann mich manchmal echt mal …

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